Wie man drei Tage lang die Welt regiert – die POLIS-Fahrt 2010
Auf dem dornigen Weg der internationalen Sicherheitspolitik bewegten sich 21 Schüler und Schülerinnen der SoWi-Kurse von Hr. Bock und Hr. Jürgensen. Für diese drei Tage UNO-Feeling wurde aber nicht etwa der Flieger nach New York zum UN-Hauptquartier gechartert, sondern ein Bundeswehrbus ins verschneite Winterberg gebucht. Nach drei Stunden Fahrt wurde am Freitag auch schon in die Stuben „einmarschiert“ und die Spielrollen in der Simulation für Politik und Internationale Sicherheit eingenommen (10 Weltregionen mit entsprechenden volkswirtschaftlichen Eckdaten, militärischer Ausstattung und natürlich Staatspräsidenten, Wirtschaftsministern und und und...). Jeder Schüler musste vor der UNO politische Ziele darstellen, sich an der Börse unter Zeitdruck bewähren, Wirtschaftspläne erstellen, an der Weltkarte operieren, offene oder geheime Abkommen schließen und sah sich zeitgleich konfrontiert mit den realen Weltproblemen (Missernten, Naturkatastrophen, Klimawandel, Internetkriminalität (etc)).Alles in Allem eine anspruchsvolle Aufgabe, die aber alle Schüler sichtlich motiviert angegangen sind. Alle Beteiligten arbeiteten über Stunden konzentriert an ihren Projekten und selbst in den Mittagspausen und abends beim Ausspannen in den örtlichen Kneipen wurden noch diplomatische Beziehungen und wirtschaftliche Abkommen ausgehandelt. Dennoch war am ersten Abend ein früher „Zapfenstreich“ angesagt, da am Samstag komplett durchgearbeitet wurde, so dass insgesamt mehrere „Polis-Jahre“ gespielt werden konnten. Zwar gab es im zweiten Jahr bereits Guerilla-Aufstände in Asien und auch Japan wurde zum ökonomischen Sorgenkind, dafür schlug die Entwicklungshilfe in Afrika gut an und weite Teile der Weltbevölkerung wurden satt. Auch Programme zur Drogenbekämpfung (Südamerika) und Erhöhung der Internet- und Datensicherheit (Nordamerika) zeigten Wirkung. Piraterie am Horn von Afrika (Somalia)
wurde zunächst militärisch bekämpft, bevor mittel- und langfristige Programme (Bildungsprogramm, Regelung der Fischereirechte unter UN-Regime) griffen. Alle Staatspräsidenten schlugen sich wacker – und teilweise wirklich mit rhetorischer Brillanz versehen - in Ihren öffentlichen Reden auf der UNO-Vollversammlung. Der zweite Abend führte unsere „Truppe“ ins inzwischen von Niederländern b
esetzte winterbergsche Hinterland, wo aber wenige Stunden später die Situation – zumindest in der „Tenne“ und im „Volldampf“ (zwei ortstypischen Pinten) „unter Kontrolle“ gebracht und die „Ordnung“ wiederhergestellt war. Insgesamt kamen wohl alle an der Fahrt beteiligten Personen auf ihre Kosten und auch die begleitenden Lehrer (Bock/Brandenburg) konnten als „Weltpresse“ mit großem Spaß am Spiel teilnehmen (und haben die wohl weltbeste Pizza verköstigen dürfen). Zur „Truppenmoral“ hat auch ganz entschieden die wirklich vorzügliche Planung, hochkarätige Fachkompetenz und sehr sympathische Begleitung während des Spiels und bei der „Manöverkritik“ durch Jugendoffizier Hauptmann H. Gottesmann beigetragen. Hierfür ein herzlicher Dank!
Als Fazit bleibt eine insgesamt wirklich gelungene „Reservistenübung“, die sich bestimmt im nächsten Jahr wiederholen lassen wird.
Einige Schülerkommentare:
„Anstrengend, kräftezehrend, aber sehr interessant!“ Kevin Wolter
„Alles in Allem eine runde Sache“ Karsten Münster
„Sehr gute Möglichkeit hinter die Kulissen der Weltpolitik zu blicken“ Raphael Wilke
„Möglichkeit sich in die Interessenskonflikte einzufinden“ Lars Nürnberg
„Die Mischung aus Politik, Spiel und Lernen ist sehr sinnvoll gewesen. Diese Fahrt sollte weiterhin regelmäßig durchgeführt werden“ Raphael Drahs
„Interessant, gut organisiert UND lustig. Es hat mir sehr viel Spaß gemacht“ Joshua Baust
„Unbedingtes Pflichtprogramm für den SoWi-Unterricht. Weder Tageszeitung noch Tagesschau können so etwas vermitteln.“ Nathalie Aschendorff
„Ein anderer Blick in das Weltgeschehen wurde vermittelt. Ich kann Politiker jetzt besser verstehen“ Lisa Bayertz
„Ich hab gesehen, wie viel Verantwortung ein einziges Land für die Weltgemeinschaft trägt“ Viola Csendes
„Es wurde deutlich wie viel Spontaneität und Kreativität es auch braucht um Krisen zu bewältigen“ Kiruththika Kirubamoorthy























