Briefe von Frau Stahlmann, Addis Abeba, 21.2.2010

Liebe Mitglieder der iNAG,

Ich lese eure Newsletter regelmäßig und staune über die Vielfalt der Themen, die ihr bearbeitet. Da ist ja wirklich viel los. Weiterhin viel Erfolg! Außerdem möchte ich euch herzlich danken, dass ihr durch eure Aktivitäten den Fortbestand meines Projektes zur Förderung des naturwissenschaftlichen Unterrichts ermöglicht. Wir haben gute Erfolge zu verzeichnen, wie ihr aus dem beigefügten Bericht erfahren könnt, und ich hoffe, dass ich euch damit für das lange Warten entschädigen kann.

Der Grund, warum es manchmal dauert, bis ich die vielen Wünsche nach Post erfüllen kann, ist, dass ich für mehrere Projekte hier vor Ort verantwortlich bin und damit auch viel zu tun habe. Von einem dieser anderen Projekte möchte ich hier nur kurz berichten. Am letzten Wochenende war ich mit eurem früheren AG-Mitglied Arne Sell, der hier sein freiwilliges Jahr absolviert, weit im Land draußen. Deutsche Rotarier aus dem Distrikt, zu dem auch Grevenbroich mit seinem Rotary-Club gehört, waren zu viert hier, um ein Projekt für Dorfentwicklung in die Wege zu leiten. Das Dorf, das in Frage kommt, hat mein früherer Schüler Fekade, der zugleich mein Rotary-Club-Kamerad hier in Addis Abeba ist, vorab ausgesucht. Er hat dort in der Nähe Selbst eine Farm, in der er nach neuen Gesichtspunkten Gemüse, Obst und Blumen anbaut und in Addis Abeba verkauft.



Was wir dort in dem Gelände des Dorfes zu sehen bekamen, war erschreckend: Eine Bude, das ist die Verwaltung, eine Schule mit mehreren Klassenräumen im Barackenstil, in denen die "Bänke" z.T. aus Lehmhaufen, in Reihen angeordnet, bestehen. Die Tafel ist ein schwarz angemaltes Stück Pappe. Toiletten wurden gebaut, aber den Wasserzufluss hat man weggelassen, da das Geld nicht reichte. Schon aus den wenigen Sätzen könnt ihr entnehmen, dass dort dringender Bedarf ist, und die Rotarier wollen sich tatsächlich engagieren. Arne wäre am liebsten gleich dageblieben, um Gräben für eine Bewässerung auszuheben. Aber er hat noch andere Aufgaben in Addis Abeba. A propos Arne: Vielleicht rafft er sich ja einmal auf, euch zu schreiben, was er hier so treibt. Ich sehe ihn regelmäßig, und ab und an machen wir gemeinsame Sache in der German Church School oder bei den Rotariern. Wir haben auch schon einen Bericht für die NGZ in Vorbereitung, aber uns fehlen noch die Bilder dazu. Die müsste ich noch machen.



Allen Mitgliedern sende ich viele Grüße und wünsche weiterhin viel Erfolg mit der AG

Ursel Stahlmann
Addis Abeba, 21.2.2010